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Geschichtliches & Gemeindefusion

Gemeindefusion - Marktgemeinde Premstätten

Die Marktgemeinde Premstätten entstand im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark aus den vormals eigenständigen Gemeinden Unterpremstätten und Zettling und führte seit 1. Jänner 2015 den Namen „Unterpremstätten-Zettling“. Eine Beschwerde, die von der Gemeinde Zettling gegen die Zusammenlegung beim Verfassungsgerichtshof eingebracht wurde, war nicht erfolgreich.

Nach einem entsprechenden Gemeinderatsbeschluss trägt die Gemeinde seit 1. Jänner 2016 den Namen „Premstätten“.

Ehrenbürger der Marktgemeinde Premstätten

Anton Scherbinek
Alt-Bürgermeister (Gemeinderatsbeschluss vom 18. Mai 2022)

Ehrenringträger der Marktgemeinde Premstätten

Karl Gartler
(Gemeinderatsbeschluss vom 18. Mai 2022)

Franz Paier
(Gemeinderatsbeschluss vom 18. Mai 2022)

Altgemeinde Unterpremstätten

Die Ritter von „Preuenstaette“ werden urkundlich erstmals im Jahr 1179 genannt. 1448 erhielt Jörg Saurau von König Friedrich – später Kaiser Friedrich III. – die Erlaubnis, Turm und Burgstall zu Oberpremstätten zu bauen. Bis zum Jahre 1846 blieb die Herrschaft Premstätten im Besitz der Grafen von Saurau.

Das Schloss Premstätten ist in der uns überlieferten Gestalt durch die Grafen von Saurau geprägt worden. Der Arkadenhof wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts errichtet und empfing freilich erst mehr als hundert Jahre später seine Rokokoausstattung.

Bis 1848 war Schloss Premstätten der Mittelpunkt einer Herrschaft, die Untertanen bis ins Gebiet von Lieboch und Ligist hatte. Heute gehört das Schloss der Elektronikfirma austriamicrosystems AG.

Im Jahre 1532 fielen die Türken unter Sultan Soliman in die Steiermark ein. Sie verwüsteten unser Gebiet. Das Schloss und die Ortschaften wurden niedergebrannt, die Bevölkerung grausamst behandelt und teilweise verschleppt. Seit das Schloss als Mittelpunkt seine Funktion verlor, gewann Unterpremstätten in zunehmendem Maße an Bedeutung. Eine Inschrift der Pfarrkirche sagt uns, dass der Chor 1549 errichtet worden ist, zum Schlusspunkt einer Zeit also, aus der wir gotische Kirchenbauten besitzen.

Das vierjochige Schiff aus der Zeit um 1750, versehen mit einem Kreuzgewölbe auf Wandpfeilern, trägt schlicht-barocken Charakter. Der Hochaltar und die Seitenaltäre aus der Zeit zwischen 1760 und 1783 lassen bereits den Geist des Rokoko erkennen.

Der Turm mit seiner barocken Haubenbedeckung stammt aus dem Anfang des 16. Jahrhunderts. 1761 wurde Premstätten zur selbstständigen Pfarre erhoben. Die schon 1639 erwähnte Schule wurde im Jahre 1761 eine Pfarrschule. Bald darauf gab es eine k.k. Postexpedition.

Bedeutend war im 16. und 17. Jahrhundert auch die Frächter-genossenschaft der „Premstätter Fuhrleut“. Als die großen Karawanen der im Mittelalter wegen der allgemeinen Unsicherheit stets in Geleitzügen reisenden Kaufleute in der frühen Neuzeit abkamen, stiegen die Bauern in das Frächtergewerbe ein, da sie die Möglichkeit hatten, Pferde zu halten und zu züchten. Sie liefen damit oft den städtischen Fuhrwerken den Rang ab, so dass zum Beispiel in Graz bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts keine bedeutenden Frächter aufkommen konnten.

Es waren die Bauern des Grazer Feldes, die sich mit dem Hauptort Premstätten zu einer fest gefügten, leistungsfähigen Organisation zusammentaten, welche vermutlich schon im 16. Jahrhundert bestand. Die „Grazfelder“ oder „Premstätter Fuhrleut“ waren durchwegs Bauern. Sie hatten ihre Höfe längs der alten Handelsstraße, die in Fortsetzung der Grazer Alten Poststraße am rechten Murufer nach Süden zieht und über Hengsberg und den Radlpaß Laibach und Triest erreicht. Die Landwirtschaft musste, während der Bauer oft monatelang auf Fahrt war, die Familie und das Gesinde leiten. Anders als die bäuerlichen Frachtgenossenschaften in Tirol, der Schweiz und Süddeutschland, unternahmen die Premstätter Bauern nicht nur Fuhren der näheren Umgebung, sondern sie legten, namentlich im Dienste des Landesfürsten, sehr weite Fahrtwege zurück: Schwaben, Franken, Böhmen, Nordungarn und Südtirol waren neben den regelmäßigen Fahrten nach Triest, Wien, Linz und Laibach ihre Transportziele.

Ab 1660 ist ein scharfer Rückgang der Premstätter Bauernfrächterei eingetreten, da sich die Grazer „Landkutscher“ zünftisch organisierten und weit gehende Privilegien vom Landesfürsten erhielten, welche jene stark benachteiligten. Damit fand die Frächterei der Bauern im Grazer Feld, die durch über 150 Jahre geblüht hatte, ihr Ende.

1834 vernichtete ein Großbrand Oberpremstätten und die Ortschaften Bierbaum, Laa und Zettling. Nur durch den Umstand, dass Unterpremstätten nicht in der Windrichtung lag, war der Ort vom Schicksal einer Brandzerstörung verschont geblieben.

Vor hundert Jahren wurde Oberpremstätten dadurch bekannt, weil hier die Graz-Köflacher Bahn die Station Premstätten-Tobelbad errichtet hatte.

1892 nahm das „Premstättner Falzziegelwerk“ seinen Betrieb auf. Das „Premstättner Sauerkraut“ war schon damals in „aller Munde“. Tonerzeugung, Acker- und Feldgemüsebau trugen schon vor der Jahrhundertwende zu einem wirtschaftlichen Wohlstand bei und haben heute noch wirtschaftliche Bedeutung.

In den Jahren 1970 bis 1974 hat sich Unterpremstätten durch den Neubau der Volks- und Hauptschule zu einem modernen Schulzentrum entwickelt. Mit 1. Jänner 1980 wurde Unterpremstätten das Recht zur Führung der Bezeichnung „Marktgemeinde“ verliehen.

In weiterer Folge wurden wichtige infrastrukturelle Einrichtungen geschaffen bzw. ausgebaut, sodass Unterpremstätten ein gefragter Standort für Betriebe als auch für die Errichtung von Einfamilienhäusern in schöner Lage wurde. Durch die Ansiedlung des Elektronik-Werkes der Firma austriamicrosystems AG bzw. durch die Einrichtung des Internationalen Business Centers (IBC) auf dem Gelände der Internationalen Gartenschau 2000, aber auch durch die vielen Klein- und Mittelbetriebe konnten im Ort sehr viele Arbeitsplätze geschaffen werden.

 

Unser Heimatbuch

Wenn Sie etwas mehr über die Geschichte unserer Gemeinde erfahren möchten, laden wir Sie ein, einen Blick in unser Heimatbuch mit dem Titel „Unterpremstätten im Wandel der Zeit – Unsere Geschichte“ zu werfen. Dieses umfangreiche Werk mit insgesamt 676 Seiten wurde 1996 im Eigenverlag der Marktgemeinde Unterpremstätten herausgegeben und größtenteils vom ehemaligen Leiter des Stmk. Landesarchivs, Universitätsdozent Hofrat Dr. Walter Brunner erstellt.

Außerdem finden Sie darin Beiträge von
Mag. Helwig Brunner, Dr. Bernd Gassler, Dr. Conrad Heberling,
Dr. Werner Holzinger und Johann Neuhold.

Sie können dieses Buch entweder im Marktgemeindeamt Premstätten persönlich, telefonisch unter der Nummer 03136 / 524 05 bzw. per E-Mail an gde@premstaetten.gv.at bestellen.

Der Verkaufspreis pro Exemplar beträgt € 43,60.

heimatbuch chronik

Ehrenbürger der Altgemeinde Unterpremstätten

Margarethe und KR Karl Scharzl
(Gemeinderatsbeschluss vom 27. Jänner 2009)

Franz Gruber
Alt-Bürgermeister (Gemeinderatsbeschluss vom 2. März 1978)

August Plattl
Alt-Bürgermeister (Gemeinderatsbeschluss vom 2. Mai 1966) 
verstorben am 25. Dezember 1993

Dr. Friedrich Niederl
Alt-Landeshauptmann (Gemeinderatsbeschluss vom 24. März 1977)

Für die nachstehend angeführten Ehrenbürger ist der Zeitpunkt ihrer Ernennung leider nicht bekannt:

Gräfin Hermine Normann von Ehrenfels 
Schlossherrin auf Premstätten

Ferdinand Schmiedbauer 
Bezirksrat, Gutshof- und Grundbesitzer in Straßgang

Georg Gattermayer
Amtsvorstand der Bezirksvertretung Graz Umgebung

Michael Herzog 
vulgo Leibnitzer aus Laa

Jakob Haas 
Realitätenbesitzer aus Unterpremstätten

Anton Haas
Fabriksbesitzer aus Unterpremstätten

Johann Haas 
Fabriksbesitzer und Kaufmann aus Unterpremstätten

Franz Gruber 
Realitätenbesitzer aus Oberpremstätten

(Quelle: Ortschronik: Unterpremstätten im Wandel der Zeit – Dr. Walter Brunner)

Ehrenringträger der Marktgemeinde Unterpremstätten

August Plattl 
(Alt-Bürgermeister)

Hermann Großschädl

Franz Trost

Anton Orthacker sen.

Johann Lienhardt 
(Gemeinderatsbeschluss vom 8. August 1970)

Dipl. Ing. Horst Gebert 
(Gemeinderatsbeschluss vom 9. Juni 1995)

Karl Gödl 
(Gemeinderatsbeschluss vom 29. März 1996)

KR Karl Schwarzl 
(Gemeinderatsbeschluss vom 16. Oktober 1996)

Ing. Erich Aflenzer 
(Gemeinderatsbeschluss vom 28. September 2000)

Josef Pucher
(Gemeinderatsbeschluss vom 28. September 2000)

OSR Gotthelf Orthacker
(Gemeinderatsbeschluss vom 11. Mai 2004)

Geistlicher Rat Pfarrer Johann Pilch 
(Gemeinderatsbeschluss vom 14. Dezember 2004)

Matthias Thier
(Gemeinderatsbeschluss vom 8. Februar 2011)

Altgemeinde Zettling

Die erste urkundliche Nennung vom heutigen Zettling war im Jahre 1156 in einer im Stift Rein verwahrten Urkunde. 1156 bestätigte Erzbischof Eberhard I von Salzburg dem Stift Rein seine Zehentrechte und erhielt unter anderem dafür auch zwei Huben in Cetelarn.

Im Jahr 1267/68 scheint erstmals der Name von Bierbaum als Pyrpaum im landesfürstlichen Marchfutterurbar der Eggenberger Fürsten auf, von dem es 1430 hieß, dass es im Murfeld im Premsteter Pfarr lag.

Dem ursprünglichen Siedlungsbild und der Flurverteilung nach wurden Zettling und Bierbaum früher und Laa später (bereits als Straßendorf), gegründet (vermutlich zu Beginn des 12. Jahrhunderts).

Aus Cetelarn und später Zedlarn wurde erst in der Neuzeit Zettling. Die Bewohner waren z. T. Bienenzüchter, die ihre Bienen im Kaiserwald fliegen ließen. Hügelgräberfelder, die hier gefunden wurden, zeigen, dass Menschen bereits in früherer Zeit wussten, wie ertragreich der Boden in dieser Landschaft ist.

Als 1848 die Grunduntertänigkeit aufgehoben wurde (Bauernbefreiung), hatten die Besitzer von Bierbaum, Laa und Zettling ein Drittel des Schätzwertes ihrer Liegenschaften an die Grundherrschaften als Entschädigung zu entrichten.

Da im Jahre 1834 ein Großbrand die drei Dörfer beinahe vollständig vernichtete, gibt es in der Gemeinde fast keine alte Bausubstanz. Damals wurden die Häuser, bedingt durch die finanzielle Not, rasch und ohne die nötige Sorgfalt wieder aufgebaut, so dass beinahe alle Häuser wieder erneuert werden mussten.

In weiterer Folge wurden die Ortschaften der Verwaltungsgemeinde Unterpremstätten zugeteilt. Nachdem das politische Klima in Unterpremstätten immer schlechter wurde, kam es mit Beschluss vom 11. Juni 1931 zur Gesetzlegung für die Teilung. Zettling wurde mit Wirkung vom 1. Jänner 1932 eine eigene Gemeinde.

Vor dem Jahr 1932 gehörten die drei Dörfer Bierbaum, Laa und Zettling der Gemeinde Unterpremstätten an und wurden als die „unteren Dörfer“ bezeichnet.

Mehrmals wurde der Antrag gestellt, den Laaer Spitz an Kalsdorf abzutreten und dafür von Unterpremstätten Teile des Kaiserwaldes mit der heutigen Kaiserwaldsiedlung zu erhalten (1932, 1947). Erst um 1950 wurde dieser Tausch tatsächlich verwirklicht.

Bis in die späten 90iger Jahre hat sich in der Gemeinde Zettling großteils die ländlich-bäuerliche Struktur mit einigen kleineren und mittleren Gewerbebetrieben erhalten. Es existieren zu dieser Zeit gut funktionierende Landwirtschaften mit einem relativ hohen Anteil an Vollerwerbsbetrieben, zum Teil erfolgt die Vermarktung und Verarbeitung in einem ortsansässigen Gewerbebetrieb. Anfang des 20. Jahrhunderts bis zur Gemeindefusion konnte Zettling auch auf einen starken Aufschwung im gewerblichen Bereich zurückblicken.

 

Ehrenbürger der Altgemeinde Zettling

1950 Geist. Rat Johann Egger

1957 Ök.Rat LH Josef Krainer

1961 Bgm. Johann Wippel

1975 Altbgm. Johann Wippel (Ehrenring)

1982 ehem. GR Johann Hillebrand
         ehem. GR und Bgm. Stv. Johann Hofer

1994 Vizebgm. Josef Scheucher

1997 Ök.Rat Johann Gogg (Ehrenbürger und Ehrenring)

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Altgemeinde Zettling/Unterpremstätten 2006
Flugaufnahmen 26 Kopie
Altgemeinde Zettling/Unterpremstätten 2006

Achtung: Wasserrohrbruch: Grabungsarbeiten Höhe Hauptstraße 270 - 272